Mein letzter Weg

 

 

 

 

 

 

Im Oktober 2003 starb mein Schwager im Alter von 46 Jahren an einer Überdosis. Es kam zwar nicht ganz unerwartet, aber dann doch irgendwie überraschend. Nun stellte sich die Frage nach der Form der Bestattung. Da meine Frau, meine Schwägerin und ich noch am längsten den Kontakt zu ihm gehalten hatten, wollten wir ihm die letzte Ehre erweisen und die Beerdigung für ihn organisieren.

Angesichts dessen, dass er jenseits der üblichen Konventionen gelebt hatte, konnte sich niemand in der Familie vorstellen, ihn auf einem normalen Friedhof zu beerdigen. Die Frage war daher: Wo bzw. wie sollte der bestattet werden?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da das Thema „Tod & Leben“ eins meiner Lieblingsthemen im Religionsunterricht ist, hatte ich mal einen Artikel über die Bestattung in einem so genannten Friedwald gelesen. Mit Hilfe des gesammelten Infomaterials und des Internets (www.friedwald.de) konnten wir uns ein genaueres Bild von dem Konzept machen und stellten es der Familie vor. Es stieß auf nahezu einhellige Zustimmung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei den folgenden telefonischen Kontakten ist die außerordentlich einfühlsame, engagierte und kompetente Begleitung durch die Mitarbeiterinnen der Friedwald GmbH zu erwähnen (und wer schon mal in einer solchen Situation war, weiß, wie wichtig so etwas ist!).

 

 

 

 

 

 

 

Beim anschließenden Ortstermin im Reinhardswald nahe der Sababurg wurden wir von einem ebenfalls sehr engagierten und kompetenten Förster betreut. Dieser half uns bei der Wahl der Baumart und des Friedbaumtypes (Gemeinschafts-, Freundschafts- oder Familienbaum).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da uns das Friedwald-Konzept und seine Mitarbeiter überzeugt hatten, entschlossen wir uns spontan, einen Familienbaum zu erwerben (bis 10 Personen können innerhalb von 99 Jahren um den Baum bestattet werden). Unsere Wahl fiel auf eine junge, „innovative“ Buche:

 


 

 

 

 


 

 

Da mein Schwager bereits viele Jahre zuvor aus der Kirche ausgetreten war, stand demnach auch kein Pfarrer zur Verfügung. Daher baten mich die Familienmitglieder, ob ich nicht „einige Worte sagen“ könne. So kam ich zu meiner ersten Beerdigungs-Rede.

 

 

 

 

 

Es wurde eine sehr schöne, emotionale und anrührende Abschiedsfeier dort im Wald nahe der Sababurg.

Im Anschluss an den üblichen Kaffee & Kuchen wurde ich von der Person zur Seite genommen, die bis dahin noch ein wenig reserviert dem Konzept gegenüber gestanden hatte und wurde gefragt, ob sie, wenn es denn soweit wäre, auch dort „mit dazu kommen könne“…

 

 

 

 

 

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Sobald ich eines Tages den Impuls bekomme, werde ich,
der Tradition meines Vaters folgend,
auch entsprechende Vorbereitungen treffen für

 meinen letzten Weg.